Schule stinkt

Verstehen statt Nachplappern
Zwar will JedeR wissen und muss lernen, damit er/sie etwas weiß.
Doch was täglich in der Schule passiert hat leider wenig mit lernen zu tun.
Es bedeutet büffeln und gezieltes auswendig lernen. Ob etwas hängen bleibt oder die SchülerInnen irgendetwas mit dem Stoff anfangen können, ist egal. Am besten das wiederkäuen, was LehrerInnen hören wollen, und zwar möglichst ohne zu hinterfragen.
>Wir wollen selbstbestimmten Unterricht und ein Lernklima ohne Prüfungsstress.

Kritik möglich machen
Doch unser Schulsystem hat noch mehr zu bieten: Wer nicht das Glück hat, von „netten“ Lehrkräften unterrichtet zu werden, ist immer wieder aufs neue Willkür und Arroganz ausgeliefert. Schlechten Noten, Verweise, Strafarbeiten und andere „Disziplinarmaßnahmen“ sollen helfen, aufmüpfige SchülerInnen unter Kontrolle zu bringen. Zwar hat formal jedeR das Recht sich über seine Behandlung zu beschweren, doch das nützt in den wenigsten fällen etwas. Wo es sonst heißen sollte „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt bei Disziplinarmaßnahmen „Im Zweifel gegen den Schüler“. Lehrerkollegium und Direktorat sind im Streitfall fast immer einer Meinung. Vertröstungen wie „Ich werde mit dem Kollegen sprechen“ hört man zwar häufig, doch „unter Kollegen“ zählt dann doch meist das Wort des Lehrers. Auch Haus- und Schulordnung müssen duldsam befolgt werden, sonst gibt’s wieder auf den Deckel. Wir sollen gefügig und unkritisch werden, um uns für LehrerInnen und Direktorat, später auch für ArbeitgeberInnen und Behörden einfacher handhabbar zu machen. Auch das Konkurrenzdenken, das die Schule vermittelt, kommt den Beiden zu Gute. Dies liegt unserer Meinung nach nur zu einem kleinen Teil an den Lehrern, es ist viel mehr eine Grundlage unseres Bildungssystems.
>Wir wollen, dass SchülerInnen sich ohne drohende Strafen kritisch äußern können, genauso wie alle anderen Mitglieder der Schulgemeinschaft und nicht willkürlich oder von oben herab behandelt werden.

Gegen Notenzwang und Ausgrenzung

Fast einmalig ist die Dreigliedrigkeit unseres Schulsystems, das völlig veraltet ist.
Durch dieses sind Kinder bereits im Alter von 9 Jahren einem ungeheurem Leistungsdruck ausgesetzt, der sie einer der Schularten zuordnen soll. Zusätzlich wird es immer schwerer auf eine „höhere“ Schule zu wechseln. Dieser Druck ist jedoch nicht nach der vierten Klasse beendet, er zieht sich durch unsere gesamte Schullaufbahn. Das bedeutet, das SchülerInnen permanent bewertet, eingestuft, benotet, gestresst, angepöbelt, bestraft und unter Druck gesetzt werden. Wir sollen ein Konkurrenzdenken entwickeln, um aus dem Noten einen Schluss ziehen zu können und uns für den späteren Arbeitgeber „vorzusortieren“. Jungen Menschen wird anhand von Noten ein Stempel aufgedrückt, der sie ihr gesamtes Leben verfolgen wird.
Doch gutes Abschneiden ist nicht nur, wie viele vermuten, eine Frage der Intelligenz. Vielmehr hat es mit Anpassungsfähigkeit zu tun. Auch das Bildungsniveau der Eltern spielt eine Rolle.
Mit diesem Zustand muss Schluss sein!
>Wir fordern ein gemeinschaftliches Miteinander der Schüler und gleiche Chancen auf gleiche Bildung für alle!

Mitbestimmung durchsetzen
Zwischen 9 und 13 Jahre lang verbringen wir täglich einen Haufen Zeit in und mit der Schule. Und dennoch haben SchülerInnen dort rein gar nichts zu melden.
Wessen Schule eine Schüler Mitverwaltung (SMV) hat, weiß, dass auch diese nicht viel mitreden darf. Geschaffen, um SchülerInnen Mitsprache zu ermöglichen, hat sie genau dieses Recht nicht. Weder Direktorat noch LehrerInnen müssen bei ihren Entscheidungen die SMV mit einbeziehen. Doch genau diese Mitbestimmung fordern wir ein!
Ein Forum, in dem SchülerInnen sich selbst organisieren und ihre Interessen vertreten können muss her. Da so etwas an den Schulen selbst verboten ist, kann dies nur schulübergreifend geschehen. Dies kann uns auch helfen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Wir müssen uns öffentlich Gehör verschaffen. Das gelingt aber nur, wenn wir viele sind und uns nicht von unseren Unterschieden abschrecken lassen, sondern gegen unsere gemeinsamen Probleme kämpfen.
Zusätzlich wollen wir es schaffen, dass Vorurteile und Ausgrenzung nicht mehr zum Alltag junger Menschen gehören. Uns ist es wichtig, dass jeder und jede Interessierte die gleichen Mitspracherechte und Verantwortungen besitzt, egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Religion sie haben. Dazu brauchen wir keine Chefs oder Vorsitzende.
>Seit wir denken können werden wir bevormundet. Ab sofort wollen wir mitreden!

Mitbestimmung durchsetzen
Weil die SchülerInnen eine Interessensvertretung brauchen, machen wir ein >fass< (Forum aktiver Schülerinnen und Schüler) auf!


If the kids are united, they will never be divided !!!

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